Großartige Stimmung bei der Kostüm-Kappensitzung der Glasspatzen am 08.02.2020

Samstagabend, „Tatort“ Glückauf-Halle Hostenbach: Zur besten Fernseh-Krimizeit präsentierte die Karnevalsgesellschaft „Die Glasspatzen“ Wadgassen unter dem Motto „Faasendkrimi Wadegotia – Aktenzeichen Alleh Hopp“ über 600 Besuchern eine begeisternde närrische Krimishow, die das Prädikat „besonders ansteckend“ verdiente. In dem rund vierstündigen Programm sorgten Showacts, Büttenreden, Tänze und Musikbeiträge, in denen viele Krimithemen und –melodien verpackt waren, für beste närrische Unterhaltung und ausgelassene Stimmung.

Krimihelden wie Miss Marple oder Sherlock Holmes gab es gleich zu Sitzungsbeginn beim musikalischen Opening mit Stimmungssängerin Sandra Müller und der Gruppe „The Openers“. Als James Bond 007 und Miss Moneypenny begrüßten Vereinspräsident Klaus-Dieter Daub und Vizepräsidentin Claudia Speicher die Gäste und brachten sich schon vor der Premiere des letzten Bond-Films mit Daniel Craig als mögliche Nachfolger für die Hauptrollen ins Gespräch.

Nach dem prunkvollen Einmarsch des närrischen Hofstaates vergab „Regisseur“ und Sitzungspräsident Stephan Daub, der gewohnt souverän durch das Programm führte, die ersten Hauptrollen an die diesjährigen Prinzenpaare Prinz Lukas I. (Poncelet) und Prinzessin Nicole I. (Salm) sowie Jugendprinz Maximilian II. (Hoffmann) und Jugendprinzessin Madelaine I. (Decker). Mit gelungenen Reden stellten sie sich dem Publikum vor und ernteten den verdienten ersten Applaus.

Besonderen Spürsinn bewiesen die Verantwortlichen der Glasspatzen bei der Entscheidung, bei der diesjährigen Kappensitzung besonders den Nachwuchskräften des Vereins die Bühne für Auftritte vor großem Publikum zu öffnen. Und damit lagen sie genau richtig: Gleich mehrere junge Büttenredner nutzten die Gelegenheit und zeigten, welches großes Potenzial in ihnen steckt.

So zum Beispiel Mischa Müller, der bei seinem Debüt in der Bütt als „Studienrat“ auftrat und mit seiner politischen Rede in Reimform das Publikum auf Anhieb begeistern konnte: Müller, auch außerhalb der Bütt Studienrat von Beruf, beleuchtete aktuelle politische Themen von der Wadgasser Kommunalpolitik über den Brexit bis hin zum brandaktuellen Geschehen in Thüringen und gab mit geschliffener Wortwahl und klaren Statements den politischen Verantwortlichen „Nachhilfe“ in Sachen Demokratie oder politischer Anstand.

Eine ebenso tolle Premiere in der Bütt feierte die 17jährige Lara Ries, die sich für ihre Reimrede die Rolle eines Teenagers ausgesucht hatte, der sich auf die „Suche nach einem Traumboy“ machte. Lara, die auch als Jugendtrainerin und aktive Tänzerin in der Garde seit mehreren Jahren erfolgreich mitwirkt, zeigte mit viel Witz und gelungenen Pointen, dass diese Suche gar nicht so einfach ist und dass man auch mit 17 den eigenen Papa noch ganz cool finden kann.

„Cool“ ging es dann weiter: Wenn die Eltern verreist sind und man als Jugendliche die Chance für eine erste „coole“ Party zuhause nutzt – das war das Thema des sehr gelungenen Vortrags der beiden jungen Büttenredner Juliane Hick (13 Jahre) und Felix Fecht (15 Jahre). Dass eine solche Party natürlich völlig aus dem Ruder laufen kann, war absehbar und wurde von dem Nachwuchsduo der Glasspatzen mit trefflichen Reimpointen beschrieben.

Mit einem leidenschaftlichen und mit viel Temperament vorgetragenen Plädoyer kämpfte Celin Wassmuth, eine ebenfalls junge Büttenrednerin des Vereins, für die Aufnahme von Frauen in den Glasspatzen-Elferrat. Bei ihrem satirischen Vortrag, den Celin mit erstaunlicher Bühnenreife hielt, bekamen die Männer des amtierenden Elferrats natürlich gehörig ihr Fett weg. Mit riesigem Beifall belohnte das Publikum Celin Wassmuth für ihre hervorragende Rede.

Erste tänzerische Höhepunkte setzten die Garden mit schmissigen Marschtänzen. In der Kindergarde (Trainerinnen: Jennifer Guillaume, Heike Junkes und Michelle Treib), der Juniorengarde (Trainerinnen: Kathrin Schöpp, Michelle Montnacher und Claire Lorson) und der Aktivengarde (Trainerinnen: Silke Holzhauser und Svenja Speicher) zeigten mehr als 60 Kinder und Jugendliche hervorragende tänzerische Leistungen.

Ihre besondere Klasse zeigten die Solotänzer des Vereins: Da wirbelten die amtierenden Vize-Saarlandmeister der Jugendtanzpaare, Dana Junkes und Leon Reichert (Trainerinnen: Sandra Müller und Annette Decker) mit einem sehenswerten Tanz über die Bühne. Und auch die beiden Tanzmariechen Madita Balla (Trainerinnen: Sandra Müller und Annette Decker) und Claire Lorson (Trainerinnen Silke Holzhauser und Svenja Speicher) zeigten in ihren Solotänzen ihr großes tänzerisches und akrobatisches Können.

Für die musikalische Unterhaltung der Gäste, unter denen die Wadgasser Ortsvorsteherin Birgit Brill, der Hostenbacher Ortsvorsteher Axel Martin, der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Hans-Peter Kurtz sowie zahlreiche Abordnungen befreundeter Karnevalsvereine der Region weilten, sorgten im ersten Programmteil Roman Salm als „Filou aus dem Warndt“ sowie die Showband „Bumi and the Mooncrackers“.

Für weitere Glanzlichter der Sitzung sorgten die Garden des Vereins mit ihren Showtänzen, in denen sie mit tollen Choreografien und Kostümen bekannte Krimithemen und -melodien tänzerisch brillant umsetzten. Als „Pink Panther“ drehten die Kleinsten des Vereins, die Kinder der Minigarde (Trainerinnen: Sabine Ries und Lara Ries), tänzerisch an der Uhr, während die Kinder- und Juniorengarde (Trainerinnen: Michelle Treib, Heike Junkes, Claire Lorson und Kathrin Schöpp) den Krimisong „Ohne Krimi geht die Mimi nicht ins Bett“ tänzerisch vortrefflich interpretierten.

 

Ausgelassene Stimmung und fröhliche Fastnachtslaune brachten die Musikacts im zweiten Teil des Programms. Dafür sorgten allen voran die „Latzegallis“, die Fastnachtsband der befreundeten Dudweiler Karnevalsgesellschaft „Grüne Nelke“, die bereits seit Jahren das Wadgasser Publikum mit saarländischen und Kölner Fastnachtssongs begeistert.

Auch Sandra Müller, die professionelle Stimmungssängerin der Glasspatzen, heizte mit ihren Songs dem Publikum kräftig ein und brachte den Saal musikalisch auf Höchsttemperatur.

Für den rednerischen Höhepunkt im zweiten Programmteil sorgte Florian Trampisch, der sich in seiner Paraderolle als „Obermessdiener“ wieder einmal als ein Meister des gesungenen Vortrags in der Bütt erwies. Vortrefflich, wie er die Verse seiner Rede als Psalmgesang zelebrierte und dabei auch ernste Themen wie die Strukturreform des Trierer Bistums oder der Missbrauchsskandal der Kirche nicht verschonte. Die zündenden Pointen seines Vortrags wurden mit frenetischem Beifall des Publikums belohnt.

Zwei tänzerische Highlights gab es noch einmal zum Abschluss des Programms: Eine grandiose Inszenierung des „Waagasser Tatort“ war der Schautanz der Aktivengarde. Tolle  Kostüme, eine schnelle Abfolge von Krimiszenen und hervorragende tänzerische Leistungen zu den bekanntesten Krimimelodien verdienten den großen Beifall des Publikums.

Den letzten gelungenen Showact setzte das Männerballett „Nie all do“ (Trainerinnen: Simone Treib und Jutta Schumacher). Als Panzerknacker zeigten die tanzfreudigen Männer sehenswerte Tanz- und Akrobatikelemente, die das Publikum zu Beifallsstürmen hinrissen. An einer Zugabe kam das Männerballett selbstverständlich nicht vorbei.

Mit einem stimmungsvollen Finale, in dem Latzegallis die Zuschauer musikalisch noch einmal in den Kölner Karneval führten, endete die diesjährige Sitzung.

Bericht Saarbrücker Zeitung vom 11.02.2020

 

Print Friendly, PDF & Email