Mag(g)ische Fastnacht bei den Kappensitzungen der Glasspatzen

War das eine grandiose Stimmung am 30. und 31. Januar 2026 bei den beiden großen Kostümkappensitzungen der Karnevalsgesellschaft „Die Glasspatzen“ Wadgassen. Unter dem Motto „Der Glasspatz, der ist ganz gebannt – von der Mag(g)ie im Narrenland“ erlebten 850 begeisterte Zuschauer eine grandios stimmungsvolle Sitzung voller närrischer Mag(g)ie. Dabei wurden Hexen lebendig, Zauberer ließen Funken sprühen und Fabelwesen tanzten durch den Saal. Fantasien waren an diesem Abend keine Grenzen gesetzt. In einem rund vierstündigen Programm verkörperte die Karnevalsgesellschaft mehr denn je die Idee der modernen saarländischen Fastnacht, um das Flair traditioneller Kappensitzungen zu bewahren. Beide Termine waren bereits Wochen im Voraus restlos ausverkauft.

Die bunt kostümierten Närrinnen und Narren ließen sich im Saal vom mag(g)ischen Programm aus Showbeiträgen, Stimmungshits, humoristische und politische Büttenreden sowie glanzvolle Garde- und Showtänze begeistern. Dabei sparten sie nicht mit tosendem Beifall als Lohn für die mitreißenden Beiträge der rund 120 Akteure vor, auf und hinter der Bühne.

Passend zum Motto verwandelte sich der Einzug in eine Opener-Zaubershow mit den „Unehrlich Brothers“ David Pepkovic und Kai Feuchter, die das Publikum gleich zu Beginn mag(g)isch verzauberten. Celin Waßmuth und Philip Zenner, die in dieser Session ihre Rollen wechselten: Als ehemaliges Prinzenpaar der Karnevalsgesellschaft leiteten sie den Abend mit einer feierlichen Begrüßung ein. Dieser zeremonielle Start schlug die Brücke von ihrer vergangenen Regentschaft zur aktuellen Kampagne, bevor sie später am Abend mit ihrer Büttenrede „Vom Zepter zum Zollstock“ erneut auf der Bühne standen.

Der Einmarsch des närrischen Hofstaates mit Prinzenpaar Rico I. (Nußbaum) und Amelie I. (Neumann) mit Hofnarr Jonas (Reichert), dem Elferrat, Jugendelferrat, den 4 Tanzgarden, den Solisten mit den Glasperlen und dem Männerballett sorgte für beste Stimmung und eine farbenfrohe Bühne. Michaela Krauss präsentierte ein neues Glasspatzenlied und schuf einen Ohrwurm, der sicher noch lange durch die Wadgasser Faasend klingen wird.

Bei den Kostümkappensitzungen wurde die Bütt zur magischen Bühne für scharfe Zungen und humorvolle Einblicke: Mischa Müller lieferte als Studienrat die traditionelle politisch-literarische Rede. In seiner Rolle bewies er einmal mehr, dass er der Meister der geschliffenen Klinge bei den Glasspatzen ist. Seine politische Rede in Reimform war ein intellektuelles Highlight, das die „Mag(g)ie“ der Sprache perfekt nutzte. Seine pointierten Verse regten mal zum Schmunzeln, mal zum Nachdenken an. Auch die Gemeindepolitik blieb nicht verschont. Als Studienrat verteilte er fleißig Noten an die Verantwortlichen, was im Saal für wissendes Lachen und begeisterten Applaus sorgte. In ihrer Büttenrede „Die Leiden am Hofe“ beleuchteten Amelie Neumann und Jonas Reichert auf humorvolle Weise die Schattenseiten des royalen Glanzes bei den Glasspatzen und gaben amüsante Einblicke in das nicht immer glanzvolle Innenleben der närrischen Adelshäuser. Philip Zenner und Celin Waßmuth nahmen mit ihrer gemeinsamen Büttenrede „Vom Zepter zum Zollstock“ das Publikum mit auf die humorvolle Reise zurück in die Realität nach ihrer Zeit als Prinzenpaar des Vereins. Mit diesem Beitrag zeigten Celin und Philip, dass sie auch ohne Krone, dafür mit viel Wortwitz, das Publikum im Bann halten können. Mit ihrem Auftritt als „Alte wei(s)e Mag(g)ier“ bewiesen die Nachwuchsrednerinnen Marie Geyer und Juliane Hick, dass die Zukunft der Glasspatzen in besten Händen liegt. Die beiden hielten dem Publikum den Spiegel vor und brachten eine ordentliche Portion saarländische „Mag(g)ie“ und Würze in die Kostümkappensitzungen.

Eine Institution in der Büttenrednergilde ist Florian Trampisch in seiner Rolle als „Obermessdiener“. Mit seinen liturgischen Reimen berichtete er mit einer Mischung aus Frömmigkeit und Schelmerei rund um das kirchliche Dorfleben und nahm vortrefflich das Ortsgeschehen auf´s Korn. Die beiden Lokalmatadoren Klaus Dieter Daub und Herbert Kraussglänzten in diesem Jahr als „Die 2 Spurker Siegfried und Roi“, begleitet von 2 weiblichen Tigern. Die beiden Urgesteine der Wadgasser Faasend hatten stets das Publikum fest im Griff und sorgten zu später Stunde mit deftigen Witzen, herrlichen Dialogen und einem Feuerwerk an Pointen für den ultimativen humoristischen Höhepunkt der Sitzung.

Was wäre eine Kostümkappensitzung ohne die traditionellen Marschtänze? Die jungen Tänzerinnen und Tänzer der Kindergarde (Trainer/innen Michelle Treib, Leon Reichert und Larissa Stanitz) präsentierten in ihrem Marschkostüm die traditionelle Seite des karnevalistischen Tanzsports. Mit exakten Formationen und synchronen Schritten bewiesen sie, dass sie das Fundament für die tänzerische Zukunft der Glasspatzen bilden. Die Juniorengarde (Trainerinnen Claire Lorson, Kathrin Köhl, Samira Stanitz und Sophia Hill) knüpfte nahtlos an die Leistungen der Kindergarde an und präsentierte einen Marschtanz auf hohem sportlichem Niveau. Auch die Aktivengarde (Trainerinnen Svenja Speicher und Silke Marx) präsentierte einen Marschtanz in Perfektion.

Das Solisten-Medley mit den beiden kleinsten Tanzmariechen Ella Franz und Zoe Walter (Trainerinnen Claire Lorson und Kathrin Köhl) sowie dem Jugendtanzpaar Sophia Hill und Leon Reichert (Trainerin Michelle Treib) zeigte die hervorragende tänzerische Nachwuchsarbeit im Verein. In akrobatischer Mag(g)ie präsentierte sich das Tanzmariechen Claire Lorson (Trainerinnen Svenja Speicher und Silke Marx) mit ihrem Solotanz und erntete dafür Beifallstürme vom Publikum.

Eine Augenweide waren in diesem Jahr die Showtänze der Garden, die sich getreu nach dem Sessionsmotto in ihrer Themenwahl der Mag(g)ie verschrieben. Die Minigarde verzauberte das Publikum als freche Junghexen. In ihren passenden Kostümen wirbelten sie zu den bekannten Klängen von Bibi Blocksberg über die Bühne und bewiesen, dass der Nachwuchs der Karnevalsgesellschaft schon perfekt mit dem „Besen“ umgehen kann. Die Kindergarde und die Juniorengarde fusionierten unter dem Titel „Im Bann von Feuer und Eis“ thematisch zu einem spektakulären Kontrastprogramm. Mit fantasiereicher Bühnenchoreografie und sehenswerten tänzerischen Elementen visualisierten sie den Kampf und das Zusammenspiel von glühender Hitze und frostiger Kälte, was durch die Lichteffekte in der Glückauf-Halle besonders intensiv zur Geltung kam. Den tänzerischen Höhepunkt im Bereich Showtanz setzte die Aktivengarde mit ihrer „Hexenstunde“. Passend zum Sessionsmotto zeigten sie eine anspruchsvolle Choreografie, die die mag(g)ische Stimmung der Geisterstunde mit karnevalistischer Präzision verband.

Der Schautanz der Showgruppe „Die Glasperlen“ (Trainerin Andrea Meguin unterstützt von Laura Terres) bildete einen weiteren emotionalen Ankerpunkt im Programm, die mit ihren Kostümen harmonisch auf das farbenfrohe und mag(g)ische Gesamtbild der Kostümkappensitzung abgestimmt war. Unter dem Titel „Mag(g)ie der Freundschaft“ griffen sie das Sessionsmotto auf besonders herzliche Weise auf. Der Tanz erzählte die Geschichte von Zusammenhalt und der mag(g)ischen Verbindung, die durch echte Freundschaft entsteht. Das Männerballett „Nie all do“ (Trainer Patric Terres) sorgte als einer der absoluten Höhepunkte für eine Explosion der Stimmung in der Glückauf-Halle. Mit seiner Show zu „Aladin und die Wunderlampe“ entführten sie das Publikum direkt in den Orient und brachten mit glitzernden Kostümen und der mag(g)ischen Wunderlampe den Saal noch einmal zum Kochen. An einer Zugabe kam das Männerballett für seinen phänomenalen Auftritt selbstverständlich nicht vorbei.

Showsängerin Sandra Müller sorgte für den absoluten Gänsehaut-Faktor und brachte temperamentvoll und stimmgewaltig mag(g)ischen Glanz in die Glückauf-Halle.

Den krönenden musikalischen Auftritt und den Übergang in die Partynacht gestaltete das Duo Dreierpasch (Kolja Koglin und Tobias Rösler). Das Duo sorgte mit seinen stimmungsvollen Songs für echte Hallengaudi. Sie verstanden es perfekt, das Publikum von den Stühlen zu reißen und die mag(g)ische Energie im Saal musikalisch zu befeuern. Auch beim Finale gemeinsam mit allen Akteuren des Vereins setzten Dreierpasch den Schlusspunkt hinter einer stimmungsvollen Kostümkappensitzung.

Sitzungspräsident Stephan Daub übernahm das Amt bereits mit 20 Jahren und gilt heute als einer der erfahrensten Sitzungspräsidenten der Region. Ihm gelang auch bei diesen Kostümkappensitzungen, stets den Spagat zwischen klassischer Tradition und moderner saarländischer Fastnacht zu meistern und leitete die Kostümkappensitzungen der Karnevalsgesellschaft „Die Glasspatzen“ Wadgassen gewohnt souverän.