GEBURTSTAGSEMPFANG DER GLASSPATZEN IN HISTORISCHER GLASHÜTTE

Mit einem großen Geburtstagsempfang in der ehemaligen Wadgasser Glashütte auf dem Gelände des heutigen Outletcenters feierte die Karnevalsgesellschaft “Die Glasspatzen” Wadgassen am 15. April ihr 44jähriges Vereinsjubiläum. Die Gesellschaft wurde am 15. April 1975 aus der Narrenschar der Katholischen Jugend heraus gegründet.

Mehr als 150 Gäste waren der Einladung gefolgt, unter ihnen Wadgassens Bürgermeister Sebastian Greiber und der Hostenbacher Ortsvorsteher Axel Martin.

Vereinspräsident Klaus-Dieter Daub dankte in seiner Ansprache dem Centermanager des Outlet Centers, Andreas Chandoni, der es ermöglichte, dass der Empfang auf historischem Boden an den Brennöfen in der alten Glashütte durchgeführt werden konnte.

Klaus-Dieter Daub ließ in seiner Ansprache die Geschichte des Vereins Revue passieren und erinnerte an die Verbundenheit der „Glasspatzen“ mit der Tradition der Wadgasser Glasbläserei. Aus den Steinen des im Jahr 1135 gegründeten Prämonstratenserklosters sei im Jahr 1843 die Cristallerie Wadgassen gegründet worden und die Cristallerie habe die Wadgasser Industrie bis Mitte des 20 Jahrhunderts dominiert, was, so Klaus-Dieter Daub, an vielen alltäglichen Details, so auch beim Namen der Karnevalsgesellschaft „Die Glasspatzen“ erkennbar sei.

Auf die verschiedenen Deutungsvarianten über den eigentlichen Ursprung des Namens „Glasspatz“ ging Sitzungspräsident Stephan Daub in seiner Rede ein. Die Glasmacher seien als „Glasspatzen“ bezeichnet worden, da sie an den Glasöfen in Gruppen zusammenarbeiteten, wobei die Eintönigkeit der Arbeit häufig durch Singen und Pfeifen begleitet wurde. Es sei aber auch möglich, dass sich der Vergleich der Handwerker mit Singvögeln auf deren Arbeitsgerät beziehe. Das Rohr, das zum Aufblasen des Glases diente, sei auch „Pfeife“ genannt worden. Hinzu käme noch, dass das Glasmachersein auch oft mit Wanderschaft zusammen hinge, eine Wanderschaft, die dann notwendig wurde, wenn eine Glashütte mangels natürlichem Brennstoff, dem Holz, geschlossen werden musste. Dieser Zwang, diese Notwendigkeit zur Ortsveränderung, was ja auch kennzeichnend für Vögel ist, könnte auch zur Entstehung des Namens „Glasspatzen“ beigetragen haben.

Mit vielen weiteren interessanten Informationen zur Geschichte der Glashütte und zur Arbeit der Wadgasser Glasbläser bereicherte Ehrenelferratspräsident Rainer Meilgen den Geburtstagsempfang.

Vereinspräsident Klaus-Dieter Daub, Sitzungspräsident Stephan Daub und Ehrenelferratspräsident Rainer Meilgen (von links) beim Geburtstagsempfang der Glasspatzen an den historischen Glasöfen der ehemaligen Glashütte.

Stolz zeigte sich Präsident Klaus-Dieter Daub, dass die Karnevalsgesellschaft in ihrem Jubiläumsjahr mehr als 400 Mitglieder umfasse und mehr als 120 Aktive, darunter mehr als 70 Kinder und Jugendliche, vor und hinter den Kulissen für den Erfolg des Vereins ehrenamtlich arbeiteten. So habe der Verein die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.

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